Grenzgänger Reinhold Messner

Reinhold Messner wurde 1944 in Brixen als zweites von neun Kindern eines Lehrerehepaares geboren. Seine beispiellose Bergsteigerkarriere begann er mit sechs Jahren. Vierzehn Jahre später hatte er bereits über 500 Klettertouren hinter sich. Reinhold Messner führte 100 Erstbesteigungen durch, er bestieg alle 14 Achttausender und durchquerte zu Fuß die Antarktis und Grönland, Tibet und die Wüste Takla Makan.

Seine Spezialität war möglichst wenig technische Hilfsmittel zu verwenden. Dabei stellte er eine Reihe von Rekorden auf - 1970 startete er zu seiner ersten Himalaja-Expedition und bezwang zusammen mit seinem Bruder Günther den 8.125 m hohen Nanga Parbat in Nordpakistan ohne Sauerstoffmaske.

Reinhold Messner wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet und veröffentlichte zahlreiche Reisebeschreibungen, Biographien und Sachbücher.

Zwischen seinen Reisen lebt Reinhold Messner mit seiner Familie in Meran sowie auf Burg Juval in Südtirol, wo er Bergbauernhöfe bewirtschaftet, schreibt und museale Anlagen entwickelt.

Reinhold Messner und sein Schloss Juval

Er, der Unstete, stets Getriebene, der in seinem Leben fast pausenlos zu Abenteuern und großen Herausforderungen unterwegs war, hat in Schloss Juval seine Heimat gefunden. Einen Ort, wo er Ruhe findet und neue Energie tankt, an den es ihn immer wieder hinzieht. Aber auch einen Ort, aus dem er immer wieder ausbrechen, den er für eine bestimmte Zeit verlassen muss, damit die Faszination nicht von der Routine erstickt wird. Eines Tages wird er sogar ganz weggehen, sagt er, „wenn ich nichts mehr verändern kann, weil die ganze Anlage saniert ist.

Ein Teil von Schloss Juval beherbergt inzwischen ein Museum für tibetische Volkskunst und ist für die Öffentlichkeit zugänglich. So wie Reinhold Messner das einst fast verfallene Schloss wieder zu neuem Leben erweckt hat, so hat er auch den dazugehörigen Bauernhof samt Buschenschank zu einem lebenstüchtigen Unternehmen gemacht.

Vor vielen Jahren hat Reinhold Messner tibetanische Hochlandrinder nach Südtirol gebracht, die sogenannten Yaks. Die klimatischen Bedingungen sind für die Tiere hier fast identisch mit denen in ihrem Herkunftsland. Doch für Einheimische und Touristen sind sie eine Attraktion. Und wenn Messner mit seinen Tieren im Sommer von Sulden zum „Madritsch“ zieht, bedürfte es gar nicht der vielen Schaulustigen, um zu wissen, dass hier Südtirols prominentester Hirte unterwegs ist.


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