Die Anfänge des Alpinismus im Vinschgau
Über den Saumpfad zum Gipfel
Der Alpinismus im Vinschgau ist aufs engste mit der Ortschaft Sulden und dem Ortler-Gebiet verbunden.
Der 3905 Meter hohe Ortler ist der höchste Berg Tirols und wird nicht nur deshalb, sondern auch wegen seiner majestätischen Erscheinung ehrfurchtsvoll “König Ortler” genannt. Dieses heute bei Touristen und Bergsteigern so beliebte Gebiet ist aber erst vor gut einhundert Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwacht.
UNTERKÜNFTE IN VINSCHGAU
Geschichte des "Sibirien Tirols"
Als 1863 Kurat Johann Eller nach Sulden kommt, beginnt der Aufstieg. Der kleine Ort besteht zu dieser Zeit lediglich aus einem alten Kirchlein, dem Pfarrhaus und einem Bauernhof. Doch der rührige Pfarrer läutet die Wende ein. Bald schon entsteht das Hotel “Eller”, und innerhalb eines halben Jahrhunderts kommen noch drei weitere hinzu. In den Jahren 1890 bis 1892 wird auf Betreiben des Kuraten die neue Straße nach Sulden gebaut und nur ein paar Jahre später die neue Pfarrkirche. Dem Aufstieg zum Fremdenverkehrsort stand nun nichts mehr im Wege.
Das Ortler-Gebiet wird zum Anziehungspunkt für alle Bergfreunde. Der Bergführerverein Sulden-Trafoi begleitet die Hotelgäste auf Ortler und Königsspitze, und von Bormio übers Stilfser Joch, von Meran und Landeck bringen die Pferdekutschen immer neue Gäste in das Bergtal. Eine magische Ära beginnt.
Neben Johann Eller ist noch eine zweite Persönlichkeit maßgeblich an der Entwicklung des Alpinismus in Sulden beteiligt: Theodor Christomannos. Der aus Wien stammende Fremdenverkehrs-Pionier mit griechischen Vorfahren war ein unermüdlicher Idealist. Nach seinen Vorstellungen entstand 1893 das Grand Hotel, das seinem Namen alle Ehre machte und sogar über elektrisches Licht verfügte.
Schon zu Lebzeiten wurde der charismatische Christomannos in ganz Südtirol zur Legende. Der wohl schönste Dank der Menschen ist in der Inschrift auf seinem Ehrengrab in Meran festgehalten: “Dem Manne, der alles für andere und nichts für sich selbst wollte”.
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